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Italien Törnbericht Frühjahr 2005



 
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martin
Skipper


Anmeldungsdatum: 05.11.2005
Beiträge: 392
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 04.02.2006 14:35    Titel: Italien Törnbericht Frühjahr 2005 Antworten mit Zitat

Mit freundlicher Genehmigung von www.yachtskipper.net


23.05.2005 Korfu – Otranto, 82sm


O-2 Windstärken sagt der DWD, etwas achterlich für uns. Was will man mehr? Um 7:30 Uhr legen wir ab.

Der Wind nimmt zwar etwas zu, aber mit 25 kn Fahrgeschwindigkeit erreichen wir Otranto um 10:00 Uhr. Eine Stunde gespart, da Italiens Uhren wieder unserer Zeit entsprechen.

Lady M macht keine Probleme. War wohl wirklich ein Computerfehler.



Unterwegs treffen wir die Windsurf, einen der großen komfortablen Seglern. Wir waren schon mal mit dem Schwesterschiff in der Südsee - ein Traum!



Die Windsurf




Vor dem Hafen von Otranto schwimmt eine Dreckspur, unvorstellbar. Ein Schiff hat wohl gerade seinen Abfall gelenzt.

Im Hafen erwartet uns schon Andrea, dessen Telefonnummer wir von einem Freund hatten. Wir bekommen einen Platz direkt vor dem Zoll, neben uns die Küstenwache und die Guardia Finanza. Besser bewacht geht nicht!



Ferretti Treff in Otranto



Pizza in Otranto



Unsere Nachbarn


Wir müssen zum Hafenkapitän, der gewissenhaft unsere Daten erfasst und uns mitteilt, dass wir hier umsonst liegen dürfen. Dann kommt Andrea, der Verwalter des kleinen Hafens und berechnet 30 Euro für Wasser und die Murings. Ist o.k., zumal er uns heimlich nachts auch noch ein Stromkabel verlegt.



Otranto gefällt uns auf Anhieb. Italien, wie wir es aus unserer Jugend kennen. Dekadent und charmant, etwas zerfallen, Bruchbude neben historischem Gebäude, kaum Touristen. Und ausgesprochen nette Einheimische!

Der Wetterbericht spricht schon wieder von 60 kn Wind für den Golf von Taranto; wir werden Otranto wohl ausgiebig besichtigen können.



Aber zuerst gibt es mal eine Pizza in dem Lokal nahe dem Hafen, das zweite nach den Fischmarkt. Wahnsinn, so groß wie ein Wagerad und Spitze!



Am nächsten Mittag beginnt es aufzufrischen. Über Nacht baut sich eine See von 2 m vor dem Hafen auf und im Hafen messen wir noch 20 kn Wind. Hier liegen wir zwar sicher, aber mit dem Wind auf die Nase sehr unruhig. Vor allem die Wellen gegen den Bug lassen einen kaum schlafen.



Hoffentlich halten die etwas obskuren Murings; alle Stunde müssen wir sie nachsetzen.



Bis jetzt haben wir auf diesem Törn noch keinen Tag Windstille und schon gar nicht drei Tage ohne Starkwind gehabt. Langsam nervt das!



Dann kommt Action auf, denn der Hafenkapitän hat angeordnet, dass eine Segelyacht, die bisher längsseits am Frachtkai liegt, verlegen muss, und zwar genau in die kleine Lücke neben uns. Muring gibt’s hier keine mehr, das kann ja heiter werden! Die Yacht ist besetzt mit Gästen, die offensichtlich keine Ahnung haben. Nur zwei Fender, vergammelter Zustand der französischen Yacht. Andrea schiebt sie mit seinem Dinghi auf den Platz. Der Skipper zumindest versteht sein Handwerk, nur das Windrad hätte er schon abstellen können! Beim Abhalten hätte es mich bald skalpiert! Und seine Crew hätte er auch einweisen können! Und Fender auf unsere Seite! Der Yacht sieht man solche Manöver an. Sie macht zunächst längs am nächsten Fischerboot fest und Andrea bringt den Anker mit seinem Boot aus. Ohne uns hätte es wohl ein paar Schrammen gegeben.



Später läuft eine deutsche Segelyacht ein. Möchte jetzt nicht mit ihr tauschen. Trotz zahlreicher Anläufe kommt sie nicht längsseits an den Kai, kreist über eine Stunde im Hafen. Drei etwas hilflos erscheinende Männer versuchen zu ankern. Hält nicht. Dann kommt ein Frachter mit Lotsenboot, denen sind sie im Wege. Nach fast zwei Stunden ankern sie endlich im Hafen - tun mir richtig leid.



Der Hafen füllt sich zunehmend und die Organisation ist völlig überfordert. Man legt ein kleines Segelboot neben uns, das dann wieder weg muss weil eine Motoryacht dort festmachen soll. Zum Unverständnis aller, denn die große Motoryacht hätte viel besser längsseits am Kai gelegen, wo man das Segelboot hingelegt hat. Andrea rotiert, aber der Hafenkapitän ordnet das zu seinem Leidwesen an.



Dazu noch ein Schreck, denn die Wellendichtungen scheinen undicht zu sein, Wasser tropft und steht in der Bilge. Ende der Reise in Otranto? Schiff sinkt im Hafen! Bestenfalls noch eine Fahrt nach Brindisi zum nächsten Ferretti-Service-Point! Schiff aus dem Wasser! So geht´s mir durch den Kopf.



Zum Glück im Unglück ist der Ferretti-Stützpunkt nicht weit und auch noch sehr hilfsbereit. Zwei Mechaniker kommen, prüfen die Dichtung. Diese wassergeschmierten Gleitringdichtungen müssen ab und zu entlüftet werden, sagen sie mir. Zieht man die Gummilippen nach hinten, gegen die Federkraft, strömt sofort Wasser herein. Vielleicht hat sich was verklemmt und sie tropfen. Mir zwar etwas suspekt, dass das Boot nur durch kleine Federkraft vor dem Vollaufen geschützt wird, aber sie entlüften und meinen, jetzt wäre es normal. Später in Vibo de Valencia müssen sie dann aber doch gewechselt werden. In der Beschreibung der Dichtungen steht 100% wartungsfrei, trocken.





27.05.2005 Otranto – Sta Maria di Leuca, 24 sm

Wir tuckern gemütlich, machen in der Marina fest, nachdem wir etwas Probleme hatten, einen Platz angewiesen zu bekommen. Auf Funk antwortet keiner, aber mit Telefonterror ging es dann. Halsabschneider! 106 Euro für einen Platz in dieser kleinen, ungeschützten Marina.



Marina di Leuca



Sta Maria di Leuca

Leuca scheint ein wohlhabender Ferienort zu sein. Schmucke Häuschen, Paläste im Disney-Stil. Bunt durcheinander. Aber kein ein Ort mit richtigem italienischem Leben. Kaum Restaurants. Die Marina nutzt wohl die Durchgangslage vor dem Golf von Taranto so richtig aus.



So sind wir froh, am nächsten Tag bei gutem Wetter weiter fahren zu können.



28.05.2005 Leuca – Crotone, 75sm


Bei leichtem Seegang und mäßigem Wind rauschen wir nach Crotone. Im Porto Veccio bekommen wir einen schönen Platz mit Muring vor dem Yachtclub. 50 Euro die Nacht, das ist wieder o.k. Aber „Strom kaputt“, sagt der Marinero. Gut, kein Problem, solange wir Diesel haben gibt’s auch Strom bei uns.



Crotone macht auf den ersten Blick einen gemischten Eindruck. Die üblichen scheußlichen Hochhäuser einer Hafenstadt, aber auf der anderen Seite nicht ganz unsympathisch. Fischerboote, Leben im Hafen, nicht so steril wie Leuca.



Crotone



Gefällt uns auf jeden Fall besser. Allerdings ist auch dieser Hafen ist bei Starkwind wohl nicht zu empfehlen, ist er doch ziemlich offen für südliche Winde.



Das Abendessen wird zum Abenteuer. Wir sehen eine Trattoria, die typische lokale Küche verspricht. Sieht ganz nett aus. Speisekarte gibt’s nicht. Was es gibt, ist mit unseren dürftigen Italienischkenntnissen nicht zu verstehen. Englisch? Niente! Die Damen sagen „typico“ und sie würden schon machen. Preise sind nicht zu erfragen. Nun, wir lieben das Abenteuer und bleiben.



Eine Vielzahl von Vorspeisen, Nudeln, Fleisch wird serviert. Wir können es nicht aufessen. Nur Moni´s Sepia ist für unsere Gaumen ungenießbar, ja erzeugt direkt Brechreiz. Preislich werden wir nicht übers Ohr gehauen.





29.05.2005 Crotone – Rocella Ionica, 75sm



Wieder eine schöne ruhige Fahrt, wieder um 6:00 Uhr auslaufen. Mein Schwager ist für eine Woche zu Besuch. Das hat er sich - glaube ich - anders vorgestellt.



Um 10:00 Uhr fest in der halbfertigen Marina. Die Hafenbehörde vertreibt uns. Klar, die besten Plätze sind nur für Fischer. Wir müssen gegenüber ganz außen längsseits. Aber nachdem die Übernachtung hier nichts kostet, meckern wir auch nicht.



Abends mache ich Kartoffel-Gurkensalat und Fleischplflanzerl. Mal wieder richtig deftige bayerische Küche!





30.05.2005 Rocella – Riposto/Sizilien, 72sm



Und wieder um 6:00 Uhr Auslaufen. 72 sm schöne ruhige Fahrt. Wie die Tage vorher auch jede Menge Delphine, die uns begleiten. Sie haben uns in der Adria verabschiedet, im Ionischen Meer empfangen und begrüßen uns auch in der Straße von Messina.



Reger Schiffsverkehr, wir müssen sogar einige Ausweichmanöver fahren.



Um 10:00 Uhr fest in der neuen großen Marina Etna in Riposto. Gut gelaunte, charmante und hilfsbereite Marinaios empfangen uns.



Lady M unter dem rauchenden Ätna in Riposto



Hier ist ein ganz anderes Italien. Die kleine, charmante Stadt gefällt uns auf Anhieb. Gleich über die Straße ist der große Fischmarkt. Enge Straßen, keine Touristen. Und über allem thront der Ätna, wolkenumhüllt.



Vielleicht auch ein Platz um das Boot bis August liegen zu lassen? Aber 3.500 Euro für 3 Monate ist auch ganz schön viel!



Abends suchen wir verzweifelt ein Lokal. Ein Fischhändler neben dem anderen, aber kein Lokal. Weit außerhalb, direkt an der Hauptstraße werden wir dann fündig. Sieht total einfach aus, aber wir sind müde vom Suchen. Diesmal haben wir richtig Glück und schwelgen in Fischvorspeisen, frischem Schwertfisch, gutem Wein zu sehr zivilen Preisen.





31.05.2005 Riposto - Tropea/Kalabrien, 71sm


Wir tuckern bei bedecktem Himmel gemütlich Richtung Messina. Es wird immer dunkler, Blitz und Donner kommen näher, der Regen kreist um uns.



Vor Messina ist die Hölle los. Unzählige Boote, Frachter, Fähren laufen ein und aus. Es geht zu „wie am Stachus“.



Straße von Messina



Gewitter zieht auf in der Straße von Messina


Marina Nettuno: Schwimmstege im Hafenschwell, dahinter die Hauptverkehrsstraße. Das ist uns doch zu ungemütlich, so dass wir kurz entschlossen Tropea am kalabrischen Festland ansteuern.

Im Zickzackkurs zwischen den Booten und um dem aufziehenden Gewitter zu entkommen düsen wir mit 25 kn nach Norden. Hier sind wir als schnelles Motorboot klar im Vorteil, denn wir können fast jedes Berufsschiff überholen oder umgehen.



In der Straße Windböen, Strömung und Wirbel ohne Ende. Aber dank unseren MAN kein Problem. Könnte mir vorstellen, dass ein schwach motorisiertes Segelboot hier schon Probleme hätte.



Nördlich der Straße dann aber scheußlicher Seegang von allen Seiten. Unsere Lady nimmt das mit Bravour und gegen 11:00 Uhr erreichen wir Tropea. Natürlich frischt der Wind vor der Einsteuerung auf und bei heftigem Seitenwind müssen wir in einer engen Lücke anlegen. Klappt aber gut – dank Spitzencrew.



Tropea ist eine kleine Marina, wohl noch im Aufbau, eine „Schicki-Szene“ scheint sich hier schon zu entwickeln.



Marina Tropea



Wir hatten überlegt, unser Boot hier über den Sommer zu lassen. Der Hafen erscheint mir jedoch nicht ausreichend sicher, technischer Service für unser Boot ist schwer zu erhalten, alles wirkt etwas improvisiert, Emails werden erst nach Wochen beantwortet. Es gibt nur ganz wenige Dauerplätze, daneben herrscht ein ständiges Raus und Rein. Auch existiert keine Möglichkeit, im Hafen einzukaufen oder auch nur etwas zu trinken.



Man scheint hier Saisonlieger auch nicht zu mögen. Das Angebot, das man uns unterbreitet, lautet 3.900 Euro für Juni-August (drei Monate), 3.800 Euro für Juni-September (vier Monate sind also billiger als drei), und für das ganze Jahr 4.400 Euro. Diese Kalkulation muss man mir erklären!



Also kaum der Ort, um ein hochwertiges Boot beruhigt liegen zu lassen - zum Wohnen auf dem Boot für ein paar Tage aber schön, denn das Städtchen ist entzückend. Vom Hafen aus gehen 200 Treppen nach oben, wo die Häuser wie Adlernester auf den Felsen kleben. Dahinter eine malerische Altstadt, Landschaft wie aus dem Bilderbuch.





02.06.2005 Tropea - Vibo Valencia, 12sm


Eine letzte Tuckerfahrt mit 10 kn, sonst kommen wir an, ehe dort jemand auf ist. Um 9:00 Uhr gehen wir an die Tankstelle und werden schon von einem Mitarbeiter der Marina Carmelo erwartet.



Kaum haben wir dann in der Marina auf unserem Platz festgemacht, serviert man uns an Bord ein Frühstück mit Brioche, Espresso, Orangensaft. Eine wirklich sympathische Geste, und diesen Eindruck vermittelt die ganze Marina.



Viele große Boote, Servicepoint für Ferretti. Wir beschließen, Lady M hier für drei Monate zu lassen und mal wieder nach Hause zu fliegen.



Vibo de Valencia, die Marina Carmelo



Der Ort selbst ist kaum von Touristen besucht, eher etwas verschlafen, hat aber durchaus Charme.



Am Abend köpfen wir erst mal eine Flasche Champagner und feiern die gute Ankunft nach dieser doch langen Reise. Fast 1.500 sm liegen hinter uns. Praktisch keine technischen Problem oder Ausfälle.



Im August geht’s weiter, wir freuen uns schon!


© by www.yachtskipper.net

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