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VIVA ITALIA



 
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frixos
Kapitän


Anmeldungsdatum: 26.02.2006
Beiträge: 723

BeitragVerfasst am: 02.03.2006 14:43    Titel: VIVA ITALIA Antworten mit Zitat

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Im Sommer machten wir einen Törn von Murter nach Korcula - Dubrovnik – Termoli – Ortona – Skradin – Murter.
Als Crew: Karl Krieger und Sylvia, Bruno und Monika, Markus, sie alle machten in Split, nachdem ich ihnen im Frühjahr Navigation beigebracht hatte, das Küstenpatent, wobei Markus mit Bomben und Granaten durchfiel, er dachte wohl zum Segeln genügt eine große Klappe. Ja und auch Sina war, sehr zu ihrem Leidwesen, mit von der Partie.
Es war ein herrlicher Törn, nach einem fantastischen Abendessen liefen wir von Dubrovnik aus. Es war eine sternenklare Nacht, eine laue Brise umschmeichelte uns und die Red Tiger pflügte die Wellen der Adria. Am nächsten Vormittag lag Palacrusza, die letzte der zu Jugoslawien gehörenden Inseln, querab. Der Wind legte zu und wir zogen mit 12 - 16 Knoten der italienischen Küste zu. Doch dann drehte er auf Süd und wurde heiß, ein Gibli, der gefürchtete Südsturm war im Anmarsch. Karl und Markus gingen unter Deck um sich seefest zu adjustieren und schon brach die Hölle los.
Bevor wir das Großsegel reffen konnten riß die erste Boe das Groß ca. 2 Meter ein, also runter mit dem Fetzen und nur mit der Sturmfock und der Maschiene den Sturm ablaufen. Monika, Sina und Bruno wurden schwer Seekrank und von Sylvia versorgt, die das Gekotzte mit einem Suppentopf über Bord schüttete und ich bemühte mich den Kahn vor dem kentern zu bewahren. Einen Kurs zu halten war sinnlos und die Sicht miserabel, also abwarten bis es etwas ruhiger wird. Nach 6 Stunden flaute es etwas ab und die Dunkelheit brach herein, da, weit voraus ein Leuchtfeuer, ich nahm die Kennung und Karl schaute im Leuchtfeuerverzeichnis nach. Die Kennung gehörte zu Termoli, ich konnte es nicht glauben, war ich tatsächlich auf Kurs geblieben? Also darauf los halten, aber je näher wir kamen umso misstrauischer wurde ich, es müssten doch dahinter erhöht die Lichter der Stadt auftauchen, da war aber nichts zu sehen. Karl ging nochmals runter mit dem Order alle Leuchtfeuer der Gegend zu kontrollieren und tatsächlich es war das Feuer von den Capricorn Inseln, kleine Felsen südlich von Sankt Nikola, die Kennung von Termoli war geändert wurden, also noch 45 Seemeilen bis zum sicheren Hafen, na Prost Mahlzeit.
Inzwischen drehte der Wind auf NO und verursachte eine verdammte Kotz-Kreuzsee. Von unter Deck kam die Anfrage von Sina ob es in Termoli einen Bahnhof gibt, sie wollte nachhause, was ich ihr gar nicht verübeln konnte, aber mein tapferes Mädchen ist doch an Bord geblieben und ich glaube heute sogar ein wenig stolz auf sich, wenn auch mit einem sauren Nachgeschmack im Mund. 03/h morgens vor uns die Hafeneinfahrt von Termoli und davor eine gewaltige Welle.
Markus machte mich mit den Worten aufmerksam: „Vota schau wia der des mocht“, ein Fischerboot steuerte bis zu der Einfahrt, stellte sich quer und schwappte mit der Welle in den Hafen hinein, na ganz wohl war mir bei der Sache nicht aber es hat funktioniert.
Am nächsten Morgen meldete ich mich in der Capetanerie, legte meine Papiere vor, die keine Sau interessierten. Bezahlen „Niente“ wir waren Gäste der Italienischen Marine.
Das nächste Problem war unser zerrissenes Großsegel und ich bekam die Adresse von einem Segelmacher, also runter mit dem Segel, eingerollt, 3 Mann schulterten unseren Patienten und auf ging’s zu Segelmacher, aber der war auf Mittagspause, die in ja in Italien etwas länger dauern kann. Mittlerweile war es 3 Uhr geworden, auch bei uns machte sich das Verlangen nach guter italienischer Küche breit. In einer Nebengasse entdeckte ich ein Ristorante „dalla Albatros“ doch der Patrone meinte er habe nichts mehr zum Essen, als ich ihn aber sagte dass er wahrscheinlich der einzige Italiener sei der um diese Zeit keine Spagetti und kein Bistecca habe meinte er nur „Na wenn es weiteres nichts ist, er dachte wir wollten groß dinie-ren“. Etwas verwundert war er über das gerollte Segel, doch als ich ihm erklärte es sei nur unsere Großmutter die die Reise nicht überstanden hat, war er beruhigt. Karl schrieb nach seinen Freunden eine Postkarte:" unser Skipper ist ein Italiener". Na ja in 9 Monate Capriaufenthalt habe ich nicht nur die Sprache sondern auch die Mentalität gelernt und das macht sich eben bezahlt.
Unser bescheidenes Mittagsmahl garnierten wir, sehr zur Freude des Patrone, mit einigen Flaschen Wein und einigen Cafe coretto, die er freundlicherweise aus der gegenüberliegen-den Cafeteria holte. Der Segelmacher hatte sein Mittagsschläfchen auch schon beendet und versprach bis nächsten Vormittag die Sache in Ordnung zu bringen.
Nächster Tag, der Segelmacher hat sein Versprechen gehalten, wir labten uns noch im Albatros an einer Pizza und ab ging die Post nach Ortona, einem wunderschönen leider total überfüllten Hafen. Ich wollte schon abdrehen als uns der Besitzer einer Motoryacht winkte wir sollen kommen, gut und schön aber wohin? Kein Problem der Motoryachtie organisierte einige Leute die die Fischerboote zusammen rückten und schon lagen wir römisch katholisch an der Pier. Vorher gab es allerdings noch einen kleinen Zwischenfall, Bruno hatte sich am Morgen eingeölt und der Länge nach achtern ausgebreitet, als Sylvia mit den Landleinen nach achter ging rutschte sie aus und trat auf den Hebel der Schaltung die auf retour gestellt war und unser braves Tigerlein machte einen Satz, der ihren Namensgenossen alle Ehre gemacht hätte, nach rückwärts und der ausgebrachte Fender zerplatzte wie ein Luftballon. Ja Bruno ist immer für eine Überraschung gut.
Bei unserem Nachbarn bedankten wir uns mit einer oder auch zwei Flaschen Krimsekt und er revanchierte sich mit einer Flasche Wein, seit damals weis ich den Monte Pulciano zu schätzen, was aber noch wichtiger war mit der Adressen eines Superlokals, das „Mira Mare“ in Ortona wo auf das ausgiebigste getafelt wurde.
Spagetti Vongole
Bistecca pizzaiola
Frutta
Gelati
Creme caramel
7 Flaschen Monte Pulciano rossato
und etliche Cafe coretto

Tags darauf ging es über die Adria nach Kroatien, ein kleiner Abstecher zum Austernessen in Skradin und dann nach Murter und ein wunderschöner Törn war vorbei.
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